Lukas Mathis erklärt, warum Zeichen in User Interfaces abstrakt bleiben müssen, die Icons für Applikationen hingegen aber detailreich sein dürfen. In dem Artikel “Realism in UI Design” zeigt er auf, was passiert, wenn Zeichen zu detailreich oder zu abstrakt sind.
Das folgende Bild illustriert den Gedanken des “zu viel” sehr gut:

Quelle: http://ignorethecode.net/blog/2010/01/21/realism_in_ui_design/
Das erinnert mich an die klassische Zeichentheorie; Peirce sagte dazu auch etwas. Bei ihm heißen sie Sinzeichen oder Legizeichen. Wikipedia hat dazu ein etwas überfülltes Schaubild, das hierzu nochmal eine Übersicht gibt:

Type vs. Token
Im Prinzip haben wir es hier mit dem Konflikt Type vs. Token zu tun: Bildet man ein spezielles Vorkommen ab (Token) oder zeigt man ein Zeichen, das Gesetzmäßigkeiten abbildet (Type) ?
Die Diskurslinguistik (hier Wolfgang Teubert) erklärt das so:
Jedesmal wenn eine lexikalische Einheit in einem Korpus vorkommt, können wir dies als die Vorkommen, als ein ‘token’ eines ‘types’ einer lexikalischen Einheit sehen. Der ‘type’ ist also eine Generalisierung, eine Verallgemeinerung, die aus dem besteht, was allen Vorkommen, allen ‘tokens’ gemeinsam ist.
Analog dazu erfüllt ein Zeichen mit dem “richtigen” Abstraktheitsgrad folgende beide Kriterien:
- Man kann noch gut erkennen, was es darstellen soll
- es bleibt aber gleichzeitig noch allgemein genug, dass man verschiedene Repräsentationen in der Wirklichkeit damit auch trifft
Mit diesem Wissen kann man beliebig komplexe Zeichen betrachten, die User Experience Designer machen uns vor, wie es geht.